Einleitung und sieben Sendschreiben (1–3) |
Kapitel 1: Dieses Kapitel bildet die Einleitung. Der Herr Jesus erscheint inmitten von sieben Leuchtern (1,12–13). Die Leuchter symbolisieren sieben Gemeinden, die es damals in Kleinasien gab. Die Zahl Sieben symbolisiert aber auch die Vollständigkeit und Vollkommenheit der Gemeinde Christi nach den Gedanken Gottes.
Kapitel 2 und 3: Der Zustand der Gemeinden in Kleinasien zur Zeit des Herrn:
- Ephesus: Verlust der ersten Liebe
- Smyrna: weltliche Armut, geistlicher Reichtum
- Pergamus: Eindringen weltlicher Prinzipien in die Gemeinde
- Thyatira: Mangel an geistlicher Einsicht
- Sardes: Scheinbare Lebendigkeit, aber geistlicher Tod
- Philadelphia: Geistliche Reinheit, Bewahrung des Wortes
- Laodizea: Geistliche Lauheit, Weltlichkeit, wenige echte Bekehrungen
Diese beiden Kapitel geben einen Überblick von der ersten Ankunft bis zur Wiederkunft des Herrn und damit über das gesamte Gemeindezeitalter. Jeder hier aufgeführte „Gemeindetyp“ existiert bis zur Wiederkunft des Herrn, auch in unserer Gegenwart. Die hier beschriebenen Merkmale treffen auch auf den einzelnen Christen zu.
Der Herr auf dem Thron, sieben Siegel (4–7) |
Kapitel 4 und 5: Johannes darf in den Himmel schauen. Er sieht den himmlischen Thronsaal Gottes mit den Engeln, den vier lebendigen Wesen und den 24 Ältesten (Kapitel 4). In Kapitel 5 wird der Herr als Löwe aus Juda und Lamm Gottes dargestellt. Er nimmt das Buch mit den Plänen Gottes in seine Hand. Er allein ist würdig, seine Siegel zu brechen.
Kapitel 6: Der Herr öffnet die ersten sechs Siegel des Buches. Wir müssen uns dieses Buch wie eine Buchrolle vorstellen, denn so war es damals üblich. Die Siegel hielten die Buchrolle verschlossen. Erst wenn das letzte Siegel geöffnet wurde, war die Buchrolle offen. Erst dann wurde ihr Inhalt sichtbar und die eigentliche Handlung konnte beginnen. Die sieben Siegel der Buchrolle in der Hand des Herrn beschreiben die geistlichen Prinzipien seines Handelns in der Zeit zwischen seiner Himmelfahrt und seiner Wiederkunft.
Die ersten vier Siegel zeigen die bekannten apokalyptischen Reiter. Sie bilden eine Einheit, ähnlich wie die ersten vier Posaunen und die ersten vier Zornesschalen in den späteren Zyklen. Unbestreitbar symbolisieren alle vier Reiter todbringende Katastrophen: Kriege, Hungersnöte und Seuchen. Beim fünften Siegel fragen die gestorbenen Märtyrer im Himmel den Herrn: „Wie lange wird dieses schreckliche Unrecht noch dauern?“ Die Antwort lautet: „Bis der letzte Märtyrer gestorben ist.“ Das sechste Siegel zeigt an, wann dieser Tag sein wird. Es wird der Tag sein, an dem Jesus Christus wiederkommt, um die Völker der Erde zu richten. In Vers 17 wird eine weitere Frage gestellt: „Wer kann am großen Tag seines Zornes bestehen?“
Kapitel 7: Die Antwort kommt in Form eines visionären Bildes. Am Tag des Herrn wird es zwei Gruppen von Menschen geben: Erstens die Gläubigen auf der Erde, im Bild der symbolischen 144.000 des Israel Gottes nach dem Geist, die Gemeinde. Die Zahl 144.000 ist, wie alle Zahlen in der Offenbarung, symbolisch zu verstehen und bedeutet: Es sind 12 × 12 × 1000 Menschen.
- 12 Stämme des irdischen Israels im Alten Testament
- 12 Apostel des Lammes im Neuen Testament
- 1000 = 10 × 10 × 10, die Maße des Allerheiligsten im Heiligtum Israels (Stiftshütte)
Diese Zahl symbolisiert die Gesamtheit aller Erretteten der alten Heilszeit (vom Sündenfall im Paradies bis zum ersten Kommen des Herrn) und der neuen Heilszeit (vom ersten Kommen bis zum zweiten Kommen des Herrn). Sie werden an ihren Stirnen versiegelt und geistlich bewahrt, um in die ewige Herrlichkeit einzugehen. In Kapitel 14 sehen wir sie an ihren Stirnen versiegelt und verherrlicht im Himmel mit dem Lamm auf dem himmlischen Berg.
In den verbleibenden Versen dieses Kapitels finden wir zweitens die unzählbare Schar der verherrlichten Gläubigen. Sie sind bereits bei ihrem irdischen Tod in der alten und neuen Heilszeit vor dem Endgericht am letzten Tag in den Himmel eingegangen und befinden sich bereits in unserer Zeit dort.
Die ersten sechs Posaunen (8–11) |
Kapitel 8: Nach dem Intermezzo von Kapitel 7 folgt nun das siebte Siegel. Beim Öffnen tritt „etwa eine halbe Stunde lang“ Stille ein. Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Nun ist das Buch vollständig geöffnet und die geistlichen Prinzipien des Handelns Gottes sind offenbart. Der Herr geht nun von den Prinzipien unter den Siegeln zur Praxis unter den Posaunen über. Zweck des Posaunenzyklus ist es, Alarm zu schlagen. Die ersten sechs Posaunen sind eine deutliche Warnung Gottes an die ganze Welt.
- Erste Posaune: Hagel, Feuer und Blut werden auf die Erde geworfen (8,7).
- Zweite Posaune: Ein brennender Berg wird ins Meer geworfen (8,8).
- Dritte Posaune: Ein brennender Stern (Satan) fällt auf die Flüsse und Quellen (8,10).
- Vierte Posaune: Sonne, Mond und Sterne werden verfinstert (8,12).
Vor den letzten drei Posaunen stößt ein himmlischer Bote einen Warnruf aus:
Off 8,13: „Wehe, wehe, wehe denen, die auf der Erde wohnen, wegen der übrigen Posaunenstöße (...)“.
Kapitel 9:
- Fünfte Posaune: Dämonen aus dem Abgrund (9,1)
- Sechste Posaune: Invasion aus dem Osten (9,13)
Die in diesem Kapitel beschriebenen Gerichte gelten sowohl für die Menschheit als Ganzes als auch für das Leben des Einzelnen. Jeder Mensch kann durch Nöte entweder zur Umkehr und zum Glauben gebracht werden oder sich immer mehr verhärten. Gott steigert die Intensität seiner Züchtigung, um die Menschen mit den Folgen ihrer Sünden zu konfrontieren. Die Geretteten werden von Gott weitergeführt und zum ewigen Leben bewahrt. Die Unbußfertigen steigern ihre Gottlosigkeit.
Kapitel 10: Zwischen der sechsten und der siebten Posaune ist, wie schon zwischen dem sechsten und dem siebten Siegel, ein Intermezzo eingeschoben. Johannes erhält das Büchlein, das vom Lamm Gottes zuvor Siegel für Siegel geöffnet wurde, und isst es. Das Wort ist süß im Mund, denn seine Botschaft ist Trost und Hoffnung. Es ist jedoch bitter im Magen, denn es verkündet nicht nur Rettung, sondern auch Gericht und ewige Verdammnis. Zudem bringt es den Zeugen Ablehnung und Verfolgung ein.
Kapitel 11: Die Verse 1–14 setzen das Zwischenspiel aus Kapitel 10 fort. Dieses Zeugnis öffnet der ungläubigen Welt nach wie vor die Tür zur Rettung. Trotz aller Anfeindungen wird die Gemeinde der Gläubigen das Evangelium verkündigen! Das Zeugnis des Evangeliums wird hier durch die zwei Zeugen symbolisiert. Die Zeitangaben „1260 Tage“, „dreieinhalb Zeiten“, „42 Monate“ und „tausend Jahre“ entsprechen dem Gemeindezeitalter. Der Tod der beiden Zeugen (11,7) symbolisiert die Erstickung des Zeugnisses von Jesus Christus am Ende des Gemeindezeitalters. Zu diesem Zeitpunkt wird Satan für kurze Zeit losgelassen (Kapitel 20). Ihre Himmelfahrt (11,12) symbolisiert die sichtbare Entrückung der Gläubigen am letzten Tag.
- Siebte Posaune: Die Königsherrschaft ist gekommen (11,15)
Die siebte Posaune ist das Ende, nachdem alle Warnungen der ersten sechs Posaunen verklungen sind. Ihre Merkmale stimmen mit denen der letzten Posaune in 1Kor 15,52 und der Posaune in 1Thess 4,16 überein. Es ist dieselbe Posaune.