Die Frau in der Wüste, die beiden Tiere (12–14) |
Kapitel 12: Genau in der Mitte des Buches kehrt der Geist Gottes an den Anfang des Gemeindezeitalters zurück. Es wird beschrieben, wie Satan den Herrn Jesus bei dessen erstem Kommen verfolgte. Jesus wurde in den Himmel entrückt und Satan aus dem Himmel geworfen. Nun verfolgt Satan die Gläubigen. Er kann die Frau in der Wüste (die Gemeinde) jedoch nicht vernichten. Stattdessen verfolgt und tötet er immer wieder einzelne Gläubige oder Gruppen von Gläubigen („die Übrigen ihres Samens“; 12,17). Zudem versucht er, die Gemeinde auf der Erde durch falsche Lehren und Philosophien zu verführen und unbrauchbar zu machen („Wasser aus dem Maul des Drachen“, 12,15). Die Gemeinde im Himmel ist sicher!
Kapitel 13: Hier werden uns die beiden Werkzeuge vorgestellt, mit denen Satan die Christen verfolgt.
- Das „Tier aus dem Meer“ steht für die politische, militärische und wirtschaftliche Macht der ungläubigen Welt. Dieses Tier verfolgt die Gläubigen durch äußere Gewalteinwirkung (13,7).
- Das „Tier aus der Erde“ steht für die religiöse Macht der ungläubigen Welt. Es verfolgt die Gläubigen durch Verführung (13,14).
Diese beiden Tiere bewirken, dass alle Ungläubigen ein Malzeichen an der Stirn oder an der rechten Hand erhalten. Ein Vergleich mit 5. Mose 6,8 zeigt, dass damit symbolisch das Denken (Stirn) und das Handeln (rechte Hand) des Menschen gemeint sind.
Kapitel 14: Erneut wird uns die Versammlung der 144.000, die wir bereits in Kapitel 7 gesehen haben, vor Augen gestellt. Im Gegensatz zu den Ungläubigen aus Kapitel 13 tragen sie nicht das Malzeichen des Tieres, sondern das Malzeichen Gottes auf ihren Stirnen (14,1). Sie sind dem Lamm in ihrem Leben gefolgt. Jetzt sind sie verherrlicht.
Das Kapitel zeigt uns außerdem eine Abfolge von sieben Szenen, die sich auf das Gemeindezeitalter und die Erlösung beziehen:
- 1. Szene (14,1–5):
144.000 Erlöste, symbolisch für die gesamte Gemeinde. Der Heilige Geist zeigt uns das Ende ihres Glaubensweges, nämlich die Verherrlichung in der Gegenwart des Herrn.
- 2. Szene (14,6–7):
Ein fliegender Engel bringt das ewige Evangelium. Die Worte seines Rufes sind eine eindringliche Aufforderung, die frohe Botschaft im Gehorsam anzunehmen.
- 3. Szene (14,8):
Es wird in der Vergangenheitsform vom Untergang Babylons der Großen erzählt, der in den Kapiteln 17 und 18 ausführlich geschildert wird.
- 4. Szene (14,9–11):
Nun wird eindringlich vor dem Malzeichen des Tieres gewarnt.
- 5. Szene (14,12–13):
Diese Szene weist auf das Ausharren der Gläubigen in einer bösen Welt hin. Dieses Ausharren kann bis zum körperlichen Tod führen.
- 6. Szene (14,14–16):
Die Weizenernte (Gläubige) des Herrn Jesus Christus.
- 7. Szene (14,17–20):
Die Traubenernte (Ungläubige) für das Gericht am letzten Tag.
Die Schalengerichte (15–16) |
Kapitel 15: Die himmlische Gemeinschaft der bereits gestorbenen und verherrlichten Gläubigen am gläsernen Meer (eine bildliche Darstellung der gerichtsreifen Völkerwelt). Der Herr erhebt sich und tritt seine Herrschaft an. Jubel im Himmel. Der Tempel im Himmel kann nun nicht mehr betreten werden, bis die sieben Zornschalen ausgegossen sind. Nun gibt es auf Erden keine Gnade mehr, sondern nur noch Gericht.
Kapitel 16: Hier kommen alle sieben Schalengerichte nacheinander in einem Kapitel vor. Anders als bei den Posaunen gibt es keinen Aufschub mehr. Hier wird alles zerstört, nicht nur ein Drittel. Die Schalen symbolisieren die letzten Gerichte über eine Menschheit, die nicht mehr umkehren kann, weil sie das Wort Gottes endgültig verworfen hat.
- Erste Schale (16,2): Ausgegossen auf die Erde (die Länder der nachchristlichen Welt).
Folge: Es entsteht ein böses und schmerzhaftes Geschwür.
- Zweite Schale (16,3): Ausgegossen auf das Meer (die nichtchristliche Völkerwelt).
Folge: Das Meer wird zu Blut und alle Lebewesen darin sterben.
- Dritte Schale (16,4): Ausgegossen auf Flüsse und Wasserquellen (Nahrung, Zivilisation, Wohlstand). Folge: Auch sie werden zu Blut.
- Vierte Schale (16,8): Ausgegossen auf die Sonne (Herrschaft).
Folge: Die Sonne versengt die Menschen mit Feuer.
- Fünfte Schale (16,10): Ausgegossen auf den Thron des Tieres.
Folge: Das Reich des Tieres wird (geistlich) verfinstert. Dennoch keine Buße.
- Sechste Schale (16,12): Ausgegossen auf den Euphrat.
Folge: Das Wasser vertrocknet.
- Siebte Schale (16,17): Ausgegossen in die Luft.
Folge: Eine laute Stimme ruft: „Es ist geschehen.“ Das Gericht fällt nicht nur über die Menschheit, sondern auch über Satan und seine Dämonen. Es kommt zu einem gewaltigen Erdbeben, wie es bereits beim sechsten Siegel und bei der siebten Posaune zu beobachten war. Es ist vorbei. Der Herr ist gekommen.
Kapitel 17 und 18: Johannes kommt auf das „Tier aus dem Meer“ aus Kapitel 13 zurück und gibt eine ausführlichere Beschreibung. Die sieben Köpfe symbolisieren sieben Weltreiche, die nacheinander entstehen und wieder untergehen (17,10). Zur Zeit des Apostels Johannes waren fünf Köpfe bereits untergegangen, einer war und einer sollte noch kommen. Dabei handelt es sich historisch um die folgenden Weltreiche: Ägypten, Assyrien, Babylonien, Medopersien und Griechenland (alle zur Zeit des Johannes bereits untergegangen), Rom (zur Zeit des Johannes bestehend) und das antichristliche Weltreich am Ende (das damals noch kommen musste).
Auf diesem Tier sitzt die scharlachrote Frau (17,3). Sie symbolisiert die Verführungsmacht und den Prunk aller Weltreiche der Geschichte, die die Menschen aller Nationen immer wieder von Gott weggeführt haben.
In Kapitel 18 schließlich wird der Untergang dieser Macht in allen Einzelheiten beschrieben. Vorbei ist es mit der Herrlichkeit der alten Welt. Der Herr Jesus kommt in Kapitel 19 und vernichtet sie zusammen mit dem Drachen. Danach wird er seine neue, ewige Welt gründen.
Kapitel 19: Die Hochzeit des Lammes. Im Himmel wird gejubelt, weil Gott seine neue Welt gründet. Ab Vers 11 wird die Wiederkunft des Herrn in allen Einzelheiten geschildert, die zuvor schon mehrfach angedeutet wurde. Das Ende der beiden Tiere (19,19–21).
Satan gebunden, neuer Himmel / neue Erde (20–22) |
Kapitel 20: Der Blick geht wieder zurück an den Anfang des Gemeindezeitalters, genau wie in Kapitel 12. In den ersten drei Versen wird die Bindung und der Sturz Satans beschrieben (vgl. Kapitel 12,7–12). Es werden die Throne im Himmel mit den Seelen (nicht den Leibern) der Zeugen Jesu erwähnt, die auf der Erde enthauptet wurden. Sie herrschen mit Christus im Himmel während der „tausend Jahre“, also während des Gemeindezeitalters. Diese Szene spielt sich im Himmel und nicht auf der Erde ab. Am Ende des Gemeindezeitalters wird Satan für kurze Zeit freigelassen. Nun leitet er die letzte, weltweit koordinierte Christenverfolgung durch die Könige der Erde. Ab Vers 11 wird das Endgericht vor dem „großen weißen Thron“ beschrieben.
Kapitel 21: Die neue Schöpfung: ein neuer Himmel und eine neue Erde. Das himmlische Jerusalem kommt vom Himmel herab auf die neue Erde und wird so zum neuen Jerusalem. Es ist die Gemeinde aller Gläubigen und Geretteten der Weltgeschichte, die in der Gegenwart des Herrn die neue Erde für immer bewohnen wird. Wir werden nicht „harfenspielend zwischen den Wolken schweben“, sondern in Herrlichkeit auf der neuen Erde leben. Wir werden allen Gläubigen begegnen. Der Herr wird da sein und vor Schönheit, Herrlichkeit, Liebe und Freude strahlen. Ist das nicht wunderbar?
Was der Apostel hier beschreibt, wird zu Beginn des ewigen Zustands geschehen. Nach der biblischen Lehre von den zwei Zeitaltern sind all diese Dinge jedoch bereits heute geistlich eingeführt. Das heißt, das neue Jerusalem existiert bereits. Es ist auf der Erde anwesend, wenn auch noch in Niedrigkeit und im Leib des Fleisches. Schon jetzt bewirkt der Heilige Geist in den Gläubigen bis zu einem gewissen Grad die Herrlichkeit Jesu Christi.
Kapitel 22: Hier finden wir den Strom des Wassers des Lebens (vgl. Hesekiel 47). Der Strom des Heiligen Geistes fließt bereits heute in der Gemeinde und durch sie in die verlorene Welt. Auch die in diesem Kapitel beschriebenen Dinge sind bereits in unserer Zeit geistlich eingeführt und werden bei der Wiederkunft des Herrn in Herrlichkeit offenbar werden. Deshalb werden die Gläubigen am Ende des Kapitels für den weiteren Weg bis zur Wiederkunft ermahnt und ermutigt.
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch allen! Amen.