Isaak und Rebekka (24–27) |
Der Bund, den Gott mit Abraham geschlossen hatte, wurde durch seinen Sohn Isaak fortgesetzt. Über ihn steht nur wenig in der Bibel. Im Alter von 40 Jahren heiratete er Rebekka. Diese Frau wurde ihm von Abrahams ältestem Knecht aus Abrahams Verwandtschaft ausgesucht (24,4). Als Rebekka schwanger wurde, trug sie Zwillinge in ihrem Bauch: Esau und Jakob. Esau wurde Jäger, Jakob zog es vor, bei den Zelten zu bleiben. „Und Isaak hatte den Esau lieb, weil ihm das Wildbret mundete; Rebekka aber hatte den Jakob lieb.“ (1Mo 25,28)
Der Name Jakob („Er fasst die Ferse“ bzw. „Er betrügt“) beschreibt das Verhalten des jüngeren Sohnes sehr gut. Zunächst betrog er seinen Zwillingsbruder um das Erstgeburtsrecht (1Mo 25,31). Dann betrog er seinen Vater Isaak, als dieser schon alt und blind war (1Mo 27,1). Jakob gab sich als sein Bruder aus, um den Segen Isaaks zu erlangen. Zu diesem Betrug wurde Jakob von seiner Mutter Rebekka angestiftet und unterstützt.
1Mo 27,28–29: „Gott gebe dir vom Tau des Himmels und vom fettesten Boden und Korn und Most in Fülle! 29 Völker sollen dir dienen und Geschlechter sich vor dir beugen; sei ein Herr über deine Brüder, und die Söhne deiner Mutter sollen sich vor dir beugen. Verflucht sei, wer dir flucht, und gesegnet sei, wer dich segnet!“
| Jakob, Lea und Rahel (27–36) |
Als Esau von diesem Betrug erfährt, wird er zu Jakobs Feind.
1Mo 27,41b: „Die Zeit, da man um meinen Vater trauern wird, ist nicht mehr weit; dann will ich meinen Bruder Jakob umbringen!“
Rebekka erfährt von Esaus Plan und schickt ihren Sohn Jakob zu ihrem Bruder Laban nach Haran. Er soll dort bleiben, bis sich Esaus Zorn gelegt hat. Jakob gehorcht auch in dieser Situation seiner Mutter und macht sich auf den Weg nach Haran. Unterwegs hat Jakob einen Traum:
1Mo 28,12–13+15: „Eine Leiter war auf die Erde gestellt, die reichte mit der Spitze bis an den Himmel. Und siehe, auf ihr stiegen die Engel Gottes auf und nieder. 13 Und siehe, der HERR stand über ihr und sprach: Ich bin der HERR, der Gott deines Vaters Abraham und der Gott Isaaks; das Land, auf dem du liegst, will ich dir und deinem Samen geben. (...).
15 Und siehe, ich bin mit dir, und ich will dich behüten überall, wo du hinziehst, und dich wieder in dieses Land bringen. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich vollbracht habe, was ich dir zugesagt habe!“
Gott bestätigt hier seinen Bund mit Abraham. Jakob bricht in eine ungewisse Zukunft auf, aber er darf wissen, dass Gott ihn nicht verlassen, sondern überall behüten wird. So kommt Jakob zu seinem Onkel Laban. Dieser hatte zwei Töchter: Lea und Rahel.
1Mo 29,18: „Und Jakob liebte Rahel, und so sprach er: Ich will dir sieben Jahre lang dienen um Rahel, deine jüngere Tochter!“
Zunächst willigt Laban ein. Doch als es zur Hochzeit kommt, wird der Betrüger Jakob von seinem Onkel betrogen. Denn nach der Hochzeitsfeier gibt Laban Jakob im Dunkeln seine Tochter Lea, ohne dass dieser es merkt. Am nächsten Morgen ist Jakob außer sich vor Wut und lässt sich erst durch Labans Vorschlag beruhigen.
1Mo 29,27: „Vollende die [Hochzeits-]Woche mit dieser, so wollen wir dir jene auch geben, für den Dienst, den du mir noch weitere sieben Jahre lang leisten sollst!“
So nimmt Jakob die beiden Töchter Labans zur Frau. Lea erhält von ihrem Vater die Magd Silpa und Rahel die Magd Bilha. Um noch mehr Nachkommen zu zeugen, geben die beiden Frauen auch ihre Mägde Jakob zur Frau. Jakob hat nun vier Frauen, mit denen er insgesamt zwölf Söhne zeugt, die später die zwölf Stämme Israels darstellen: Ruben, Simeon, Levi, Juda, Dan, Naphtali, Gad, Asser, Issaschar, Sebulon, Joseph und Benjamin.
Schließlich kehrt Jakob mit seinen Frauen und Kindern nach Kanaan zurück und bereitet sich auf das Wiedersehen mit seinem Bruder Esau vor. Als Jakob allein unterwegs ist, hat er erneut eine Begegnung mit Gott.
1Mo 32,25+27+29: „Jakob aber blieb allein zurück. Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte anbrach. 27 Und der Mann sprach: Lass mich gehen; denn die Morgenröte bricht an! Jakob aber sprach: Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich! 29 Da sprach er: Dein Name soll nicht mehr Jakob sein, sondern Israel; denn du hast mit Gott und Menschen gekämpft und hast gewonnen!“
In Kapitel 33 wird die Versöhnung zwischen Jakob und Esau geschildert. Jakob kehrt mit seiner Familie nach Kanaan zurück und lagert sich bei Sichem.