Sie sind nicht verbunden. Der Newsletter enthält möglicherweise Benutzerinformationen, sodass diese möglicherweise nicht korrekt angezeigt werden.

Bibel-Entdecker-Brief AT – 06 –Hiob 32-42

Bibel-Entdecker-Brief AT – 06 –Hiob 32-42

Online-Bibelkreis

 Link

09.08.2026 | 20:00–21:30 Uhr

Thema: Lukas-Evangelium

 

 

Siehe, dies alles tut Gott zwei- oder dreimal mit dem Menschen, 30 um seine Seele vom Verderben zurückzuholen, damit sie erleuchtet werde mit dem Licht der Lebendigen.

Hiob 33,29–30

Unsere Herausforderung

>> Das Buch Hiob 32–42 <<

Gott spricht – heute.


Lieber Bibel-Entdecker,


hast du schon einmal erlebt, dass Gott zu dir spricht? Nicht unbedingt in einer Sprache, die wir kennen, sondern vielleicht durch Umstände oder Träume. Eigentlich ist es ganz normal, dass ein Vater mit seinen Kindern spricht. Meistens tut er das durch sein Wort, die Bibel. Wir lesen einen Vers oder ein Kapitel und plötzlich merken wir, dass Gott zu uns spricht. Denn das, was wir lesen, passt genau zu unserer Situation oder gibt Antwort auf eine Frage, die uns gerade beschäftigt.


In vielen Ländern haben die Menschen keinen Zugang zur Bibel. Doch auch dort bleibt Gott nicht unbezeugt. Oft hört man Zeugnisse aus der arabischen Welt, in denen Gott den Menschen in Träumen begegnet ist. Die Menschen haben sich dann auf die Suche nach Gott gemacht und sind schließlich Jesus Christus begegnet.


Manchmal spricht Gott durch Situationen zu uns, indem er uns im richtigen Moment einen Freund zur Seite stellt oder uns im letzten Moment aus einer gefährlichen Situation rettet. Manchmal legt er uns Gedanken ins Herz, die so klar und deutlich sind, dass wir sie nicht ignorieren können.


Und schließlich spricht Gott manchmal auch in einer realen Sprache zu uns, so wie er zu Hiob aus der Gewitterwolke heraus gesprochen hat.


Gott lässt sich also nicht unbezeugt. Jeder Mensch hat die Chance, auf sein Reden zu antworten und das eigene Leben auf ihn auszurichten.


Ich wünsche dir eine gesegnete Lektüre.


Holger Volz

– Überblick –

AT-Buch

Kapitel

Abfassung

Verfasser

18

42

ca. 1445 v. Chr.

unbekannt

  

Kapitel

Inhalt

1–2

Prolog

3

Hiobs Hilfeschrei

4–14

Erste Gesprächsrunde mit den drei Freunden

15–21

Zweite Gesprächsrunde

22–31

Dritte Gesprächsrunde

32–37

Die Rede von Elihu

38–41

Gott spricht zweimal zu Hiob

42

Epilog

 

  

In drei ausschweifenden Gesprächsrunden haben die drei Freunde Hiobs ihn immer wieder der Sünde bezichtigt. Wie Hiob sind sie der Ansicht, dass Gott die Gerechten belohnt und die Ungerechten richtet. Doch während Hiob sich selbst für gerecht hält und das Gericht Gottes deshalb nicht verstehen kann, unterstellen ihm seine Freunde immer wieder Bosheit und Unbußfertigkeit.


Hi 22,4–5:Straft er dich etwa wegen deiner Gottesfurcht, und geht er deshalb mit dir ins Gericht? 5 Sind nicht deine Missetaten groß und deine Schulden ohne Ende?


Im letzten Vers von Kapitel 32 heißt es: „Zu Ende sind die Reden Hiobs.“ Damit enden auch die Reden seiner drei Freunde. Unbemerkt hat sich jedoch eine fünfte Person unter sie gemischt, die offenbar alle drei Gesprächsrunden mitgehört hat: Elihu.


Aufgrund seines jungen Alters hatte er bisher geschwiegen. Nun aber, da den anderen die Worte ausgegangen sind, setzt er zu einer langen Rede an, die sich über sechs Kapitel der Bibel erstreckt. Mit Elihus Rede beginnt der zweite Teil des Buches Hiob.


 


Die Rede von Elihu (32–37)


In den Kapiteln 32 bis 41 spricht Gott: Zunächst gebraucht er durch den Heiligen Geist seinen Knecht Elihu. Dann vervollständigt er das Wort Elihus, indem er selbst aus einem Sturm heraus zu Hiob spricht.


Elihu ist ein junger Mann, der gewartet hat, bis die Älteren verstummt sind. Auffallend ist, dass Elihu Hiob immer wieder die Gelegenheit gibt, zu antworten. Hiob nutzt diese Gelegenheiten jedoch nicht. Was Elihu sagt, unterscheidet sich grundlegend von dem, was die anderen drei Freunde gesagt haben. Er beleidigt Hiob nicht und wirft ihm auch keine verborgenen Sünden vor. Vielmehr stellt er sich auf eine Stufe mit Hiob und spricht nicht „von oben herab“ (33,6). Dennoch sagt er klar und deutlich die Wahrheit und bezieht sich dabei auf das, was Hiob selbst gesagt hat (33,8; 34,5; 34,35; 35,2).


Im letzten Kapitel des Buches bestätigt Gott übrigens, dass Elihu nichts Falsches über ihn gesagt hat. Getadelt werden nur die drei Freunde Hiobs (42,7–8).



Elihus Botschaft lässt sich kurz zusammenfassen:

  • Gott ist größer als der Mensch. (33,12)
  • Gott muss sich für sein Tun nicht vor uns verantworten. (33,13)
  • Gott spricht zu den Menschen auf zweierlei Weise (33,14):

1. durch Träume (33,15)

2. durch Schmerzen (33,19+22)


Ziel dieses Redens Gottes ist es, dass der Mensch über seinen Schöpfer nachdenkt. Zwar klagt der Mensch oft, aber er fragt nicht nach seinem Schöpfer (35,9–10). Durch diese Träume und Schmerzen will Gott die Menschen aufrütteln. Er will auf ihn zugehen und ihm seine Gerechtigkeit anbieten (33,23+30). Jeder Mensch bekommt von Gott zwei- oder dreimal die Gelegenheit, dieses Angebot anzunehmen (d. h. sich zu bekehren!).


Hiob 33,29–30:Siehe, dies alles tut Gott zwei- oder dreimal mit dem Menschen, 30 um seine Seele vom Verderben zurückzuholen, damit sie erleuchtet werde mit dem Licht der Lebendigen.


Gott ist also kein ungerechter Richter (Kap. 34), sondern ein vollkommener Lehrer (Kap. 36).


Hi 36,22:Siehe, Gott ist erhaben in seiner Kraft; wer ist ein Lehrer wie er?


Am Ende seiner Rede weist Elihu auf die Größe Gottes hin, während ein Sturm aufzieht (Kap. 37).


Hi 37,23–24:Den Allmächtigen finden wir nicht; er ist von unbegreiflicher Kraft, voll Recht und Gerechtigkeit; er beugt sie nicht. 24 Darum fürchten ihn die Menschen; er aber sieht keinen an, der sich selbst für weise hält!




Gott spricht zweimal zu Hiob (38–41)


Während Elihu noch redet, kommt Gott selbst und spricht aus dem Sturm zu Hiob. Er zeigt ihm seine Größe und Hiobs Nichtigkeit. Da Hiob ihn beim ersten Mal noch nicht versteht, muss Gott ein zweites Mal reden. Auf die erste Rede Gottes (Kapitel 38 und 39) antwortet Hiob wie folgt:


Hi 40,4–5:Siehe, ich bin zu gering; was soll ich dir erwidern? Ich will meine Hand auf meinen Mund legen! 5 Ich habe einmal geredet und konnte nichts antworten, und noch ein zweites Mal, und ich will es nicht mehr tun!


Auf die zweite Rede Gottes (Kapitel 40 und 41) antwortet Hiob hingegen:


Hi 42,5–6:Vom Hörensagen hatte ich von dir gehört, aber nun hat mein Auge dich gesehen. 6 Darum spreche ich mich schuldig und tue Buße in Staub und in Asche!


Erst jetzt hat Gott sein Ziel mit Hiob erreicht. Zwar war Hiob von Anfang an ein gerechter Mensch, der Gott aufrichtig diente (vgl. 1,8 und 2,3). Man könnte ihn mit dem Hauptmann Kornelius aus Apostelgeschichte 10 vergleichen. Beide waren fromm und gottesfürchtig, brauchten aber das Evangelium, um Gott besser kennenzulernen und die Vergebung ihrer Sünden zu erlangen.


Interessant ist, dass Hiob schon 2000 Jahre vor der Geburt Jesu so viel wusste:


Hi 19,25–26:Ich weiß, dass mein Erlöser lebt, und zuletzt wird er sich über den Staub erheben. 26 Und nachdem diese meine Hülle zerbrochen ist, dann werde ich, von meinem Fleisch los, Gott schauen.


Genau deshalb kam Gott auf ihn zu. Er wollte Hiob noch mehr von sich offenbaren. Dieser Gedanke erinnert mich an eine Liedzeile einer bekannten Band:


To know You is to want to know You more.“

(Casting Crowns, To Know You)


Oder an eine Aussage von Jesus Christus:


Luk 19,26:Denn ich sage euch: Wer hat, dem wird gegeben werden; von dem aber, der nicht hat, von ihm wird auch das genommen werden, was er hat.



Dinosaurier in der Bibel?


Als Gott im Sturm zu Hiob spricht, stellt er ihm über siebzig Fragen. Damit macht Gott deutlich, dass er dem selbstbewussten Hiob an Macht und Weisheit weit überlegen ist. Hiob kann zwar die Sterne beobachten, aber nichts tun, was die Lichtjahre entfernten Himmelskörper irgendwie beeinflussen könnte. Gott hingegen hat sie vollkommen im Griff.


Hi 38,31:Knüpfst du die Bande des Siebengestirns, oder kannst du die Fesseln des Orion lösen?


Das gesamte Universum ist das Werk der Finger Gottes (Ps 8,4–5). Das sollte uns demütig machen. Anstatt uns aufzuschwingen und die Wege Gottes zu kritisieren, sollten wir uns von ihm belehren lassen.


Neben den fernen Himmelskörpern spricht Gott auch den Behemoth und den Leviathan an, zwei riesige Lebewesen, die Hiob gut bekannt sind. Die Bibel bezeichnet diese Tiere nicht als Dinosaurier – das Wort Dinosaurier“ wurde erst 1841 von Richard Owen geprägt –, aber die Beschreibung macht deutlich, dass es sich nicht um ein Nilpferd oder einen Wal handelt.


Hi 40,15–18:Sieh doch den Behemoth, den ich gemacht habe wie dich: Gras frisst er wie der Ochse! 16 Sieh doch, welche Kraft in seinen Lenden liegt und welche Stärke in seinen Bauchmuskeln! 17 Sein Schwanz streckt sich wie eine Zeder; die Sehnen seiner Schenkel sind fest verflochten. 18 Seine Knochen sind wie eherne Röhren, seine Gebeine wie Eisenstangen.


Hi 40,25–27:Ziehst du etwa den Leviathan mit der Angel heraus, und kannst du seine Zunge mit einer Fangschnur fassen? 26 Kannst du ein Binsenseil durch seine Nase ziehen und einen Haken durch seine Kinnbacken stoßen? 27 Wird er dich lange anflehen oder dir freundliche Worte sagen? (...) 11 Aus seinem Rachen schießen Fackeln; Feuerfunken sprühen aus ihm heraus. (...) Sein Hauch entzündet Kohlen, eine Flamme schießt aus seinem Rachen.


Da Hiob kurz nach der Sintflut lebte, gab es zu seiner Zeit offensichtlich noch Dinosaurier.




Epilog (42)


Nun kommen wir zum entscheidenden Höhepunkt dieses Buches, zu der großen Lektion, die Hiob endlich gelernt und verstanden hat. Sie lautet: Befreiung vom eigenen, abscheulichen Ich.


Während Gott zu Hiob spricht, verschwindet zunehmend die gute Meinung, die Hiob von sich selbst hatte. Mit Schrecken entdeckt Hiob die Bosheit seines Herzens. Er, der sich vorgenommen hatte, nichts mehr zu sagen (39,35), ruft aus: „Ich spreche mich schuldig und tue Buße“ (42,6). Das sagt ein Mensch, der „untadelig, rechtschaffen, gottesfürchtig ist und das Böse meidet“ (Hi 2,3), wenn er in der Gegenwart Gottes ist.


Gott hat Hiob „gesichtet wie den Weizen“ (vgl. Lk 22,31). Für Hiob war dies eine schmerzliche Lektion, die ihn jedoch von seinem übertriebenen Selbstvertrauen befreite. Nun kann er seine Brüder stärken und für seine Freunde beten.


Gott nennt ihn viermal „mein Knecht Hiob“ (42,7+8) und tadelt die drei „leidigen“ Tröster (42,7). Er schickt Hiob andere Menschen, die ihm echtes Mitleid bezeugen und ihn wirklich trösten. Und er stellt nicht nur die frühere Stellung des Patriarchen wieder her, sondern gibt ihm das Doppelte von dem, was er vorher besaß. Doch nun hat Hiob etwas erworben, das wertvoller ist als alles andere: Er hat Gott erkannt – und gleichzeitig sich selbst.


Hi 42,10–11:Und der HERR wendete Hiobs Geschick, als er für seine Freunde bat; und der HERR erstattete Hiob alles doppelt wieder, was er gehabt hatte. 11 Und alle seine Brüder und alle seine Schwestern und alle seine früheren Bekannten kamen zu Hiob und aßen mit ihm in seinem Haus; und sie bezeugten ihm Teilnahme und trösteten ihn wegen all des Unglücks, das der HERR über ihn gebracht hatte, und schenkten ihm ein jeder eine Kesita und einen goldenen Ring.


Gott benutzt das Leben (besser: das Leiden) von Hiob zu Beginn der Menschheitsgeschichte, um uns eine wichtige Lektion zu erteilen:


Die Aussage „Wenn ein Mensch leidet, dann hat er gesündigt, und wenn er Gutes tut, dann segnet ihn Gott“ stimmt einfach nicht.


Das bezeugt schon das älteste Buch der Bibel!

 – Kurzvideo –

– Online-Bibelkreis –

Jeden zweiten Sonntag von 20:00 bis 21:30 Uhr  

 

Alle zwei Wochen hast du die Möglichkeit, am Online-Bibelkreis in Zoom teilzunehmen. Wir besprechen dort fortlaufend ein Bibelbuch. Jeder Teilnehmer hat die Möglichkeit, zu Wort zu kommen, Fragen zu stellen und Anregungen zu geben. Ich würde mich freuen, wenn du dabei bist. 

 

Eine kleine Bitte: Gib bei der Anmeldung in Zoom mindestens deinen Vornamen ein und schalte (wenn möglich) deine Kamera ein. So wird das Gespräch persönlicher und wir können uns leichter ansprechen.

 

Um das Meeting zu starten, kannst du den folgenden Link verwenden. Auf dem Smartphone wirst du gegebenenfalls zum Download der Zoom-App aufgefordert.


 

Meeting-ID: 862 0129 5507

Kenncode: 337937

 

Terminserie in Google-Kalender oder Apple-Kalender übernehmen.

Wir sind eine überkonfessionelle Bibelmission, die im deutschen Sprachraum Bibel und christliche Schriften kostenlos verbreitet. Wir werben keine Mitglieder und gründen keine Gemeinden. Unser alleiniges Ziel ist es, die Gute Botschaft von Jesus Christus als dem Retter der Welt zu verbreiten.

Du suchst eine Gemeinde in Deiner Nähe? Schreibe mir einfach. Ich werde versuchen, etwas passendes zu finden.

Vom Newsletter abmelden: Abmelden