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Bibel-Entdecker-Brief AT – 18 – Richter 13-21 + Ruth

Bibel-Entdecker-Brief AT – 18 – Richter 13-21 + Ruth

Online-Bibelkreis

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01.11.2026 | 20:00–21:30 Uhr

Thema: Lukas-Evangelium

 

 

„Zu jener Zeit gab es keinen König in Israel; jeder tat, was recht war in seinen Augen.“

Richter 21,25

– Unsere Herausforderung –

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Licht in einer dunklen Zeit


Liebe Bibel-Entdecker,


Gott schenkt uns mit der Geschichte von Ruth einen Lichtstrahl nach den dunklen Seiten des Buches der Richter. Darin finden wir Elimelech, der – wie alle zur Zeit der Richter – „tat, was recht war in seinen Augen“. Er verlässt das Erbteil Gottes und lässt sich mit seiner Familie in Moab nieder, also mitten unter den Feinden seines Volkes. Was sind die Folgen für die Familie? Tod, Tränen und Bitterkeit.

Dann sehen wir Naomis Heimkehr. Einerseits traurig. „Voll zog ich aus, aber leer hat mich der Herr wieder heimgebracht.“ Andererseits glücklich. Und zwar für den, der mit Gott neu beginnen will. Diese Heimkehr erinnert uns an das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lukas 15). Auch der verlorene Sohn erinnert sich im fernen Land an den Ort, an dem es (geistliches) Brot im Überfluss gab, und kehrt in das Haus seines Vaters zurück (vgl. Vers 6 mit Luk 15,17–18). Auch er hat alles verloren und ist seinen eigenen Weg gegangen. Aber im Haus des Vaters wird er mit Freuden empfangen. Das nennt man Bekehrung, Umkehr zu Gott.


Schließlich lesen wir von der Hauptperson Ruth. Als Schwiegertochter von Naomi lernt sie den Gott Israels kennen und kehrt mit ihr nach Bethlehem zurück. Gott segnet Ruth für ihren Glauben.

 

Ruth 1,16: „Aber Ruth antwortete: Dringe nicht in mich, dass ich dich verlassen und mich von dir abwenden soll! Denn wo du hingehst, da will ich auch hingehen, und wo du bleibst, da will ich auch bleiben; dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott!“

 

Dieses Buch ist für alle, die sich fragen,

  • wo Gott ist, wenn es keine Träume, keine Visionen und keine Propheten gibt.
  • wo Gott ist, wenn eine Tragödie nach der anderen den Glauben angreift.
  • ob es sich lohnt, in schwierigen Zeiten ein rechtschaffenes Leben zu führen.


Ich wünsche dir eine gesegnete Lektüre.


Holger Volz

– Überblick (Richter) –

AT-Buch

Kapitel

Abfassung

Verfasser

7

21

1400–1000 v. Chr.

unbekannt

  

Kapitel

Inhalt

1–2

Die Invasion Kanaans

3–16

Die Herrschaft der Richter

17–21

Große Katastrophen

 

 


13–16: Die Herrschaft der Richter (Teil 2)


Simson (13)


Simson ist der letzte Richter, über den im Buch der Richter ausführlich berichtet wird. Zum siebten Mal lesen wir, dass die Kinder Israels das taten, was böse war in den Augen des Herrn (13,1). Daraufhin lässt Gott die Philister 40 Jahre lang über die Israeliten herrschen. In diese Zeit fällt die Geburt Simsons, die der Engel des Herrn ankündigt.

 

Ri 13,5: „Denn siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären; dem soll kein Schermesser auf das Haupt kommen; denn der Knabe soll ein Nasiräer Gottes sein von Mutterleib an, und er wird anfangen, Israel aus der Hand der Philister zu erretten!“


Simson ist von Geburt an ein Nasiräer, also ein dem Herrn geweihter Mann. Äußeres Kennzeichen der Nasiräer war ihr langes Haar, das nicht geschnitten werden durfte. Simsons Taten erscheinen sowohl im Licht des mosaischen Gesetzes als auch im Licht des Neuen Testaments fragwürdig. Dennoch wird er in Hebräer 11 unter den Glaubenshelden genannt. Wir sollten deshalb versuchen, seine Taten im Licht der damaligen Zeit zu deuten und erkennen, dass er durchaus Gott gedient hat. Er hat die Philister geschlagen und 20 Jahre lang für Ruhe und Ordnung in Israel gesorgt. Der Geist des Herrn hat Simson immer geholfen, wenn er gegen die Feinde Gottes gekämpft hat.

Auf der einen Seite hat Simson zweifellos große Taten vollbracht:

  • Er zerriss einen jungen Löwen (14,5–6).
  • Er tötete 30 Philister bei der Hochzeit in Timnat (14,19).
  • Er zündete mit 300 Schakalen die Felder der Philister an (15,4).
  • Er tötete 1000 Philister mit einem Eselskinnbacken (15,15).
  • Er brachte den Tempel Dagons zum Einsturz (16,30).

 

Auf der anderen Seite hatte Simson große Schwächen:

  • Er war seinen Eltern ungehorsam (Heirat mit einer Philisterin).
  • Er brach sein Nasiräergelübde (aß Honig, 14,9).
  • Er spielt mit dem Bösen (Delila, Kap. 16).


 

 

17–21: Große Katastrophen


Die letzten fünf Kapitel des Buches bilden einen separaten Teil. Sie stellen keine historische Fortsetzung dar, sondern sind eher als Anhang des Buches zu verstehen. Dieser soll den religiösen und moralischen Verfall während des gesamten Zeitraums verdeutlichen. Was war die Ursache dieses Verfalls? Es gab keinen hemmenden Einfluss! Am Anfang und am Ende des Abschnitts steht der gleiche Vers:

 

Ri 17,6 / 21,25: „Zu jener Zeit gab es keinen König in Israel; jeder tat, was recht war in seinen Augen.“


Der erste Anhang findet sich in den Kapiteln 17 und 18, der zweite in den Kapiteln 19 bis 21.

 


Erster Anhang

 

Der Sohn stiehlt und die Mutter flucht. Schließlich lässt sie ihm ein geschnitztes und ein gegossenes Götzenbild anfertigen. Als ein Levit vorbeikommt, wird er als Priester für das Götzenbild angestellt. In Kapitel 18 wird der Stamm Dan beschrieben, der sein zugeteiltes Erbteil nicht einnehmen konnte oder wollte (1,34). Da er deshalb nicht genug Land für sich hatte, suchte er nach einer einfachen und bequemen Lösung. Anstatt den Herrn zu fragen, wählte er die friedliche und abgelegene Stadt Lais aus. Auf dem Weg dorthin kommt der Stamm an dem Haus mit dem Götzenbild vorbei. Kurzerhand nehmen sie den Priester und das Götzenbild mit.

 

 

Zweiter Anhang


Der zweite Anhang zeichnet ein noch düstereres Bild dieser Zeit. Durch eine Schandtat der Einwohner von Gibea wird fast der ganze Stamm Benjamin ausgerottet. Wir überspringen die Einzelheiten dieses Kapitels und wenden uns dem „Dritten Anhang“ zu.

– Überblick (Ruth) –

AT-Buch

Kapitel

Abfassung

Verfasser

8

4

1300 v. Chr.

unbekannt

  

Kapitel

Inhalt

1

Naomi in Moab

2

Ruth auf Boas´ Feldern

3

Auf der Tenne

4

Boas im Stadttor

 

 

Das Buch Ruth steht in unserer Bibel direkt hinter dem Buch Richter. Es ist gewissermaßen ein „Dritter Anhang“ zu diesem Buch (nach den beiden Anhängen in den Kapiteln 17–21). Die Geschichte von Ruth spielt zur Zeit der Richter (Vers 1). Es war eine Zeit ohne (geistliche) Führung. Jeder tat, „was Recht war in seinen Augen“.


Doch auch in den schlimmsten Zeiten ist Gott am Werk. Trotz und teilweise sogar durch die Sünden seines Volkes kann und wird er zu seiner Ehre handeln. Dieser Grundsatz gilt sowohl für sein Volk als Ganzes als auch für jeden einzelnen Gläubigen. Denn selbst in Zeiten des Abfalls gibt es noch Glauben und Gehorsam. Gott bewahrt sich immer einen Überrest!


Neben Ruth wird uns Boas als zweite Hauptperson des Buches vorgestellt. Boas ist ein Typus auf Christus. Er wird für Ruth zum (Er-)Löser, da er ihr Blutsverwandter ist. Diese Geschichte kündigt das Kommen Jesu als Erlöser aller Gläubigen an (1Pt 1,18–19).

 

 


Ruth 1: Naomi in Moab


Das Elend von Naomi (Verse 1–5)

 

Die ersten fünf Verse sind die Vorgeschichte. In der Zeit der Richter schickt Gott eine Hungersnot, um sein Volk zu züchtigen. Anstatt zu bleiben und auf Gott zu vertrauen, zog Elimelech mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen nach Moab, einem heidnischen Land mit fremden Göttern. Zuerst starb Elimelech. Dann nahmen sich die beiden Söhne moabitische Frauen. Schließlich starben beide Söhne kinderlos. Sowohl der Tod des Vaters als auch der Tod der beiden Söhne sind als Gericht Gottes zu deuten.



Naomis Rückkehr nach Bethlehem (Verse 6–18)

 

In dieser Situation lässt Gott Naomi das Gerücht hören, dass es in Bethlehem wieder Brot gibt. Sie beschließt, nach Juda zurückzukehren. Begleitet wird sie von ihren beiden Schwiegertöchtern Orpa und Ruth. Unterwegs versucht Naomi, ihre Schwiegertöchter davon abzuhalten, mit ihr nach Israel zu gehen. Während sich Orpa von ihr verabschiedet, um in Moab zu bleiben, beschließt Ruth, mit Naomi zu gehen. Orpa entscheidet verstandesmäßig, Ruth geistlich.

Ruth 1,16–17: „Wo du hingehst, da will auch ich hingehen.“
                       „Wo du bleibst, da will auch ich bleiben.“
                       „Dein Volk ist mein Volk.“
                       „Dein Gott ist mein Gott.“
                       „Wo du stirbst, da sterbe auch ich.“

 

 

Bemerkenswert ist der 21. Vers. Denn erst in Bethlehem erkennt Naomi, wie voll sie gegangen und wie leer sie zurückgekehrt ist.


Ruth 1,21a: „Voll zog ich aus, aber leer hat mich der HERR wieder heimgebracht.“

 

‍


Ruth 2: Ruth auf Boas´ Feldern


Naomi und Ruth kommen zur Zeit der Gerstenernte nach Bethlehem. Ruth beschließt, auf den Gerstenfeldern Nachlese zu betreiben.

 

In diesem Kapitel wird Boas vorgestellt. Er segnet seine Knechte, gibt ihnen Anweisungen, wacht über alles und bemerkt die arme Ährenleserin Ruth. Er erweist ihr Gnade, obwohl sie eine Moabiterin ist. Mehr noch: Er spricht zu ihrem Herzen und tröstet sie. Mit diesen Taten ist Boas ein klares Vorbild des Herrn Jesus. Ruth fragt vorsichtig:

 

Ruth 2,10: „Warum habe ich vor deinen Augen Gnade gefunden, dass du dich um mich kümmerst, da ich doch eine Fremde bin?“

 

Boas, der bereits von Ruths Herkunft weiß, antwortet ihr:

 

Ruth 2,12: „Der HERR vergelte dir deine Tat, und dir werde voller Lohn zuteil von dem HERRN, dem Gott Israels, zu dem du gekommen bist, um Zuflucht zu suchen unter seinen Flügeln!“


In Vers 20 erwähnt Naomi, dass Boas „zu unseren Lösern gehört“. Wenn eine Frau verwitwet war und keine Nachkommen hatte, war es die Aufgabe des Lösers, diese Frau zu heiraten und für Nachkommen zu sorgen. So blieb das Familienerbe erhalten und fiel nicht einem anderen zu.

 



Ruth 3: Auf der Tenne


Naomi bemüht sich, einen neuen Mann für Ruth zu finden. Sie gibt ihr genaue Anweisungen, wie sie mit Boas, dem Löser, verfahren soll.

 

Ruth 3,3-4: „So bade dich nun und salbe dich und lege deine Kleider an und geh zur Tenne hinab; aber lass dich von dem Mann nicht bemerken, bis er fertig ist mit Essen und Trinken! 4 Wenn er sich dann schlafen legt, so achte auf den Ort, wo er sich niederlegt, und geh hin und hebe die Decke zu seinen Füßen auf und lege dich dort hin; und er wird dir sagen, was du tun sollst.“


Ruth befolgt die Anweisungen ihrer Schwiegermutter und erhält von Boas ein weiteres Wort des Segens:

 

Ruth 3,10: „Gesegnet seist du vom HERRN, meine Tochter! Du hast jetzt noch edler gehandelt als zuvor.“

 

Es gibt eine Zeit zum Handeln und eine Zeit zum Warten. Nach Ruths Handlung auf der Tenne ist nun Boas am Zug. Er macht sich gleich am nächsten Tag auf den Weg, um das weitere Vorgehen zu klären. Für Ruth gilt nun, was Naomi gesagt hat:

 

Ruth 3,18: „Bleibe still, meine Tochter, bis du erfährst, wie die Sache ausgeht; denn der Mann wird nicht ruhen, bis er die Sache noch heute zu Ende geführt hat!“


 


Ruth 4: Boas im Stadttor


Boas begab sich zum Stadttor von Bethlehem. Dort hielt sich ein anderer Löser auf, der näher verwandt war. Boas rief zehn Männer von den Ältesten herbei und bat dem anderen Löser den Vortritt an. Als dieser ablehnte, wendete sich Boas an die Ältesten.

 

Ruth 4,9–10: „Ihr seid heute Zeugen, dass ich aus der Hand Naemis alles erworben habe, was Elimelech, und alles, was Kiljon und Machlon gehörte. 10 Dazu habe ich mir Ruth, die Moabiterin, die Frau Machlons, zur Ehefrau erworben, um den Namen des Verstorbenen auf seinem Erbteil wieder aufzurichten (…).“


Und so nahm Boas Ruth, und sie wurde seine Frau. Der Herr schenkte ihnen einen Sohn: Obed. Obed ist der Großvater des berühmten Königs David. Auf diese Weise kam Ruth nicht nur in die Liste der Vorfahren König Davids, sondern auch in die Liste der Vorfahren Jesu Christi.



Was können wir von Ruth lernen?

  • Gott erreicht sein Ziel trotz unserer Sünde – und manchmal sogar durch unsere Sünde.
  • Gott hat auch mit dir gute Absichten. Egal, wo du bist und in welcher Situation du dich befindest. Das Buch Ruth will dir in jeder Situation Hoffnung geben.

 – Kurzvideo –

– Online-Bibelkreis –

Jeden zweiten Sonntag von 20:00 bis 21:30 Uhr

 

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